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Pessach – ein jüdisches Fest der Befreiung
veröffentlicht 24.03.2025
von Online-Redaktion der EKHN
Vom 12. bis zum 20. 2025 April feiern Jüdinnen und Juden 2025 Pessach - eines ihrer wichtigsten Feste. Dann erinnern sie festlich an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten und an die Befreiung aus der Sklaverei durch Gott.
Am 12. April 2024 beginnt das jüdische Fest Pessach mit dem Sederabend, der meist in der Familie mit symbolischen Speisen begangen wird. "Chag Sameach" oder "Pessach Sameach" heißt so viel wie Frohes Fest oder Frohes Pessach.
An Pessach wird eine Woche lang der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten gefeiert und an die Befreiung aus Knechtschaft und Sklaverei durch Gott erinnert, so wie es in der Bibel im 2. Buch Mose, Exodus, nachzulesen ist. Auf diese Erzählung weist bereits das Wort "Pessach" ihn, im Hebräischen bedeutet es "vorbeiziehen".
epd erklärt im Video: Was ist Pessach?
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So werden z.B. zur Vorbereitung auf das Fest alle Getreideprodukte aus dem Haus verbannt. Während des Pessach wird „ungesäuertes“ Mazzen-Brot gegessen in Erinnerung daran, dass die Israeliten vor ihrer Flucht aus Ägypten keine Zeit mehr hatten, das Brot durchsäuern zu lassen. Besonders für die Kinder wird durch die Symbolik der Speisen und das wiederholte Erzählen der Pessach Haggada (Geschichte) das Handeln Gottes am Volk Israel anschaulich und in die Gegenwart transformiert. Eine besondere Bedeutung hat der erste Abend des Pessach, der Sederabend. Viele jüdische Familien feiern ihn mit symbolischen Speisen:
- Salzwasser, ungesäuertes Brot, bittere Kräuter und geriebener Meerrettich und ein gerösteter Knochen erinnern an die Bitterkeit der Sklaverei in Ägypten,
- eine Süßspeise aus Äpfeln, Nüssen und Wein symbolisiert den Lehm zum Pyramidenbau,
- ein Ei erinnert an das Festopfer im Tempel.
Bedeutung der jahrtausende alten Exodusgeschichte auch heute wichtig im Judentum
Die Geschichte Gottes mit dem Volk Israel wird im Judentum von Generation zu Generation weitergegeben und trägt damit zur Identifikation als Volk Gottes und zur Stärkung jüdischer Identität bei. Im Umgang mit anderen Gruppen wird häufig zu bedenken gegeben, „vergesst nicht, ihr seid selbst Sklaven in Ägypten gewesen“. Aus dieser Erinnerung heraus ergeben sich wichtige ethische Maßstäbe für das eigene Handeln und die Notwendigkeit, Empathie zu entwickeln für Leid und Bedrängnis anderer Menschen.
Zusammenhang zwischen Pessach und Ostern
Zwischen Ostern und Pessach besteht eine zeitliche Nähe, die sich aus der Historie ergeben. Zudem war Jesus selbst Jude und lebte und lehrte im jüdischen Kontext nach Art der Schriftgelehrten seiner Zeit. Er feierte auch die jüdischen Feste, auch Pessach. Der gemeinsame zentrale Gedanke beider Feste ist, dass Gott die Menschen befreit aus allen Zwängen, Versklavungen und sogar vom Tod, dem Tod im Leben.
Suche nach gemeinsamen Quellen
Christ:innen glauben daran, dass der Jude Jesus der Gesalbte Gottes und für sie auferstanden ins Leben ist. Er bildet nicht nur eine lebendige Brücke der Gläubigen zu Gott, sondern auch zu seinem jüdischen Volk. Zwischen Pessach und Ostern bewegen wir uns in einer Zeit des Aufkeimens neuen, befreiten Lebens und neuer Hoffnung. Es ist eine gute Zeit, sich von überkommenen Vorurteilen und Stereotypen zu befreien und sich auf die Suche zu machen nach der gemeinsamen Quelle des Lebens, wie wir sie in den Heiligen Schriften der Hebräischen Bibel z.B. in den Psalmen finden, die wir gleichermaßen in Synagogen und Kirchen andächtig beten.
Quellen:
- Pfarrerin Andrea Thiemann
- #beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkest
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